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Lilly Jenrich

Erfahrungsbericht - Auslandspraktikum mit Erasmus+ Mobilität

Kinder- und Jugendpsychiatrie AKH Wien - Wien / Österreich

Vorstellung
Ich habe vom 07.07.2025 bis zum 01.08.2025 ein Praktikum in der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie beim AKH Wien gemacht. Die Klinik verfügt über 2 Stationen, einer Tagesklinik sowie einer Ambulanz mit Akutambulanz. Station 04A ist auf Essstörungen (hauptsächlich Anorexie nervosa), Zwänge und Autismus bei Kindern- und Jugendlichen spezialisiert, mit 17 Betten.

Die Station 05 ist in zwei Bereiche unterteilt: 05A, der geschützt, geschlossene Unterbringungsbereich, mit 4 Betten und der Möglichkeit der 1:1-Betreuung, sowie 05B der offene Bereich für allgemeinpsychiatrische Erkrankungen, mit 12 Betten. Beide Bereiche werden von einem multiprofessionellen Team betreut, bestehend aus diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger:innen, Sozialpädagog:innen, Therapeut:innen (Ergo-, Physio- und Musiktherapie), Psychologen:innen und Ärzt:innen betreut. Pflegekräfte und Sozialpädagogen:innen teilen sich morgens nach der Übergabe auf beide Teilbereiche auf, sodass beide Bereiche gut besetzt sind.

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt es ein 2-Schicht-System mit 12,5-Stunden-Diensten (Tag- und Nachtdienst). Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit von Pflegepersonal und Sozialpädagog:innen. Letztere sind fester Bestandteil des Teams und unterstützen in allen nichtmedizinischen Bereichen, etwa durch das Anbieten von Gruppenaktivitäten (bsp. Kochgruppe, Ausflüge,
Projektgruppen). Ergänzt wird das Team täglich durch mindestens eine:n Serviceassistent:in, die für die Essensausgabe, Betten beziehen und allgemeine hauswirtschaftliche Tätigkeiten zuständig sind.

Meine Station
Während meines Praktikums war ich auf Station 05 eingesetzt, durfte jedoch auch einen „Schnupperdienst“ auf Station 04A sowie in der Ambulanz absolvieren.
Das Team von 05 hat mich von Anfang an herzlich aufgenommen. Mir wurde für jeden Dienst ein:e Ansprechpartner:in zugeteilt, sodass ich mich nie verloren gefühlt habe.
Zunächst hatte ich Bedenken, da die Pflegeausbildung in Österreich ein Studium ist. Diese Sorge stellte sich aber schnell als unbegründet heraus - Im Gegenteil: Viele Kolleg:innen waren interessiert an den Unterschieden zwischen Ausbildung und Studium und wir führten spannende Gespräche über die jeweiligen Vor- und Nachteile.
Auch der Wiener Dialekt war weniger problematisch als befürchtet. Ich konnte vieles verstehen oder mir aus dem Zusammenhang erschließen, und meine Kolleg:innen waren sehr rücksichtsvoll und erklärten geduldig, wenn ich etwas nicht verstand. Ich habe einen sehr liebevollen und bemühten Umgang mit den Patienten wahrgenommen. Der Beziehungsaufbau stand immer an erster Stelle und alle waren sehr bemüht, auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen und ihnen wirklich zu helfen.

Meine Arbeit auf der Station
Die Arbeit auf der Station war sehr abwechslungsreich.
Der Tag begann immer mit der Übergabe, danach teilt sich das Team auf die Bereiche 05A und 05B auf. Da im Juli in Österreich Schulferien sind, schliefen viele Patient:innen morgens noch. Die Pflegekräfte kontrollierten zunächst die Medikamente.
Zwischen 8Uhr und 9Uhr wurden die Patienten geweckt. Im Unterbringungsbereich (05A) wurden die Kleiderschränke und das Bad aufgeschlossen und die Patient:innen bei der Körperpflege eng begleitet. Auf 05B führen die Patienten die morgendliche Körperhygiene selbstständig durch.
Anschließend frühstücken die Patient:innen gemeinsam im jeweiligen Aufenthaltsraum. Der weitere Tagesverlauf war individuell gestaltet - je nach Therapien und Terminen. Die Pflege gibt Medikamente aus begleitet bei Bedarf Anspannungszustände, leitet zur Skillsnutzung an und beschäftigt sich, wenn die Zeit es erlaubt, mit den Patienten, indem sie Spiele spielen oder kreativ sind.
Die Patient:innen können ihre therapiefreie Zeit selbst gestalten, Spiele spielen, basteln oder sich bewegen. Um 12Uhr gab es immer Mittagsessen und um 17Uhr Abendessen, denn um 17:30Uhr begann unter der Woche die Besuchszeit. Ich war die einzige Praktikantin auf Station 05.

Freizeit
Während des Praktikums wohnte ich in einer Personalwohnung des AKH, nur 7 Gehminuten von der Kinder- und Jugendpsychiatrie entfernt. Die Wohnung war zwar klein aber gut ausgestattet und da sie im 10. Stock lag, hatte ich einen wunderschönen Ausblick auf das AKH und Wien. In meiner Freizeit erkundete ich die Stadt, entspannend in Parks, schwamm in der Donau und as viele Leckereien.

Dafür hatte ich mir bereits vor meinem Praktikum eine Liste mit Orten/ Sehenswürdigkeiten zusammengestellt, die ich besuchen möchte, darunter auch Schloss Schönbrunn, Schloss Belvedere und der Volksgarten.
Besonders beeindruckt hat mich die Architektur der Schlösser, aber auch der anderen Gebäude. Mich hat vor allem die Offenheit und das Engagement des gesamten multiprofessionellen Teams beeindruckt sowie ihre emphatische und professionelle Arbeitsweise. Ich durfte bei allen Visiten mitgehen, Helferkonferenzen beiwohnen und Gruppen der Patienten begleiten.

Außerdem bin ich positiv überrascht, wie sehr mich das Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendpsychiatrie interessiert und wie gut mir die Arbeit dort gefallen hat. Ich habe viel gelernt - fachlich, aber auch persönlich. Eine Herausforderung war die Entfernung zu meiner Familie und Freund:innen. Gerade die ersten Tage waren nicht leicht, aber es wurde mit der Zeit und vor allem mit dem Beginn
des Praktikums schnell besser, und ich bin stolz, dass ich es geschafft habe.

Fazit
Das Praktikum war eine wertvolle Erfahrung - für meine Ausbildung, aber auch für meine persönliche Entwicklung. Ich konnte spannende Einblicke in ein mir bislang unbekanntes Arbeitsfeld gewinnen und erleben, wie Pflege und Betreuung in einem anderen Land gelebt und organisiert wird.
Zukünftigen Praktikant:innen kann ich empfehlen, sich nicht entmutigen zu lassen - weder vom Gedanken an ein Praktikum im Ausland, noch von möglichen Sprachbarrieren oder der Entfernung zur gewohnten Umgebung. Die ersten Tage können herausfordernd sein, aber man merkt schnell, wie man daran wächst. Nutzt die Möglichkeit neue Perspektiven kennenzulernen. Ein Auslandpraktikum lohnt sich sowohl für die berufliche Entwicklung als auch für einen persönlich!

Levin Prussas

Erfahrungsbericht - Auslandspraktikum mit Erasmus+ Mobilität

LKH Salzburg - Salzburg, Österreich

Meine Motivation
Im Zeitraum vom 07.07 – 01.08.2025 habe ich im Rahmen meines Erasmus+ - Stipendiums ein Praktikum im Landeskrankenhaus Salzburg (Österreich) absolviert. Diese Gelegenheit bot mir nicht nur die Möglichkeit, durch praktische Tätigkeit in der Fachabteilung Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Onkologie mein medizinisches Fachwissen zu erweitern, sondern auch wertvolle Einblicke in die Strukturen und Arbeitsabläufe des österreichischen Gesundheitssystems zu gewinnen.
Besonders motiviert war ich von der Aussicht, mich fachlich weiterzuentwickeln, meine kommunikativen Fähigkeiten zu stärken und neue pflegerisch-medizinische Erfahrungen zu sammeln. Zugleich wollte ich herausfinden, wie ein interkultureller und interprofessioneller Alltag in einem Krankenhaus in Österreich gestaltet ist.
Im Folgenden werde ich kurz erläutern, welche Erwartungen ich mitgebracht habe, welche Aufgaben ich übernehmen durfte sowie sich mein Lernprozess exemplarisch gestaltet hat.

Meine Erwartungen
Zu Anfang muss ich sagen, dass ich schon mit einigen Erwartungen in das Programm gestartet bin. Ich wusste schon vorher, dass man dort 12,5 Stunden Dienste absolvieren muss und sich der Fachbereich sehr anspruchsvoll gestalten sollte. Auch die Anträge an der MHH zu stellen hatte sehr viel Zeit und Nerven meinerseits benötigt, darum war ich umso erfreuter als ich alles bearbeitet habe und ich die Fördergelder erhielt.
Ich habe mich für die An- und Abreise für Greentravel per Zug entschieden, bzw. für eine Teilstrecke der Anreise per Fahrgemeinschaft. Dies war zeitweise sehr anstrengend aufgrund der von mir knapp berechneten Umstiegszeiten, jedoch kam ich problemlos an und meinem vierwöchigen Praktikum stand nichts mehr im Wege.

Meine Aufgaben
Meine primären Aufgabenfelder unterschieden sich nur sehr gering von denen in Deutschland. Ich konnte dort alle in Deutschland erlernten Kompetenzen dort auch problemlos anwenden. Des Weiteren konnte ich neben der Vertiefung meiner Kompetenzen dort auch Weitere erlernen. Dort gehört es zum Ausbildungsstandard zu lernen wie man periphere Zugänge legt und Portsysteme ansticht. Mit großer Überraschung war ich umso mehr erfreut diese Tätigkeitsfelder ebenfalls zu erlernen und auch einen Dienst selbständig durchführen, welcher nur diese Tätigkeiten inklusive Blutentnahmen beinhaltet.
Weitere Aspekte werde ich im folgenden Abschnitt erläutern.

Lernprozess
Zu Beginn meines Einsatzes war vieles neu, und ich musste mich erst in die Strukturen des Krankenhauses hineinfinden.
Der Umgang mit den medizinischen Geräten, das Team, der organisatorische Ablauf der Station, sowie das Handling mit analogen Patientenkurven. Doch durch die freundliche und zugewandte Unterstützung meiner Kollegen vor Ort konnte ich mich nach einer gewissen Anlaufzeit schnell einarbeiten, erste Routinen entwickeln und stetig mehr Sicherheit gewinnen.

Besonders prägend waren für mich der Einblick in die vielfältigen onkologischen Krankheitsbilder und Beratungsaspekte, sowie die Mitarbeit und spätere selbständige Tätigkeit fachspezifischer Aufgaben. Beispielhaft könnte man dort die ganzen Infusionstherapien nennen, oder aber auch den i.v. Dienst, wo einem die Tätigkeit vorbehalten bleibt jegliche Blutentnahmen zu machen sowie die pflegerischen Aufnahmen durchzuführen, wo auch das Legen eines peripheren Zugangs oder das Anstechen eines Portsystems mit inbegriffen ist. Auch durfte ich Visiten begleiten und wichtige Themen eigenständig mit dem interprofessionellen Team besprechen. Schritt für Schritt hatte ich die Möglichkeit diese Aufgaben aktiv zu übernehmen, bis hin zur eigenständigen Durchführung unter anschließender Reflexion.

Im Laufe des Praktikums verfeinerte ich durch regelmäßige Selbstreflexion und das gezielte Einholen von Feedback meine Fachkompetenz, die für meine aktuelle, sowie spätere Tätigkeit als examinierte Pflegefachkraft im klinischen Setting unerlässlich ist. Meine Fähigkeiten in der präzisen und sensibilisierten Kommunikation mit Patienten, insbesondere im Hinblick auf Übermittlung komplexer Informationen konnte ich stetig verbessern. Auch konnte ich ein vertieftes Verständnis für die interprofessionelle Zusammenarbeit und die
ganzheitliche Versorgung von speziell onkologisch erkrankten Patienten entwickeln und mich auch in diesem Kontext in diesem Themenfeld verstärkt sensibilisieren, da ich später einmal auf einer onkologischen Station arbeiten möchte.

Fazit
Durch diesen gesamten Lernprozess mit der einhergehenden Erfahrung eines Stipendiums über das Erasmus+ - Programm konnte ich viele neue Kompetenzen erlernen und mehr Eigeninitiative entwickeln, um meine späteren beruflichen Ziele zu erreichen, auch im Hinblick auf eine professionelle und fachkompetente Entwicklung, selbständiges Arbeiten und die Patientenversorgung. Auch die offene Unterstützung des Teams hat dies maßgeblich gefördert, sodass ich mich stetig immer mehr aktiv in jegliche Abläufe des Stationsalltags einbringen konnte.
Ich danke allen Beteiligten sehr für diese wunderschöne und tolle Erfahrung und freue mich trotzdessen sehr in mein gewohntes Arbeitsumfeld zurückzukehren.

Nena Gerdes

Erfahrungsbericht - Auslandspraktikum mit Erasmus+ Mobilität

Ambulatorium Suchthilfe Wien - Wien, Österreich

Persönliche Vorstellung
Ich bin Nena, 23 Jahre alt und seit Oktober 2023 Auszubildende zur Pflegefachfrau in der Karl-Jaspers-Klinik.
Den theoretischen Teil der Ausbildung absolviere ich im Ammerländer Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe in Westerstede.
Vom 15.09.25-10.10.25 habe ich im Rahmen dieser Ausbildung einen Wahleinsatz im Ausland absolviert.

Anreise und Unterkunft
Zusammen mit einer Freundin aus der Ausbildung bin ich am Samstag mit der Bahn früh morgens Richtung Wien losgefahren.
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, zwei Tage vor dem eigentlichen Praktikumsbeginn loszufahren, da wir uns ein entspanntes Ankommen ermöglichen wollten.
Außerdem waren wir insgesamt über 12h unterwegs und kamen erst am Abend in unserer Unterkunft an. Diese hatten wir zuvor über booking.com gebucht und vor Ort verlief alles Weitere reibungslos.
Die Unterkunft hat drei Zimmer, eine vollausgestattete Küche und ein Bad mit Dusche und war für vier Wochen mehr als ausreichend. Wir beide hatten jeweils ein eigenes geräumiges Schlafzimmer, sodass man durchaus einen Rückzugsort hatte, was ich als angenehm empfand. Unsere Wäsche konnten wir vor Ort waschen.
Besonders praktisch war auch, dass diese Wohnung ca. in der Mitte unserer beiden Einsatzorte gelegen ist. Insgesamt war und ist diese selbst organisierte Unterkunft sehr empfehlenswert, da sie praktisch gelegen und super ausgestattet war.

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Vorstellung der Praktikumsstelle: Ambulatorium Suchthilfe Wien

Zielgruppe – Patient*innen

Das Ambulatorium der Suchthilfe Wien ist eine von mehreren Angeboten der Stadt Wien, dessen Zielgruppe volljährige nicht (kranken-)versicherte bzw. anspruchsberechtigte Personen mit einer Opiodabhängigkeit sind. Darüberhinaus gilt das Angebot für Patient*innen, die aus dem niedergelassenen Bereich zur Einstellung der Medikation oder aufgrund von Instabilität zum Ambulatorium überwiesen werden. Ebenfalls besteht für Patient*innen die Möglichkeit, die Ambulanz zu ersuchen, um bei akuter Entzügigkeit behandelt zu werden oder eine überbrückende Versorgung (Verlust der Medikamente, Vorkonsum) in Anspruch zu nehmen.

Medizinisches Angebot
Die Ambulanz bietet einen niederschwelligen Behandlungszugang, d.h. die Versorgung kann ohne viele bürokratische Hürden stattfinden. Für nicht versicherte Personen ist damit die Möglichkeit geschaffen z.B. eine Opioid Agonisten Therapie durchzuführen.
Im Sinne der Harm Reduction werden komsumbedingte Erkankungen therapiert und jederzeit von Ärzt*innen begleitet. In der Ambulanz behandeln Allgemeinmediziner*innen, in regelmäßigen Abständen gibt es die Möglichkeit die Behandlung bei einem/einer Psychiater*in zu ersuchen. Ergänzend gibt es spezielle Angebote zum Thema Hepatitis, HIV, Alkohol und Gynäkologie.

Eckdaten und Angebote

Die Ambulanz befindet sich am Gumpendorfer Gürtel, direkt an der U-Bahn-Station. Die Öffnungszeiten sind von 9-14 Uhr, die i.v. Konsument*innen können sich ab 8 Uhr anmelden.
Das Gebäude ist nicht frei zugänglich, am Eingang gibt es einen Schalter. Im Untergeschoss befindet sich das Tageszentrum, hier gibt es Speisen und Getränke (für wenig Geld oder gratis) und das Handyakku kann geladen werden. Ebenfalls gibt es einen Raucher*innenbereich draußen und genügend Sitzmöglichkeiten. Hier arbeiten überwiegend Sozialarbeiter*innen, die sowohl im Tageszentrum an sich tätig sind, aber auch Angebote schaffen wie z.B. Keramik bemalen, Tischtennis, sowie auch Reiten gehen. Ebenfalls helfen sie bei bürokratischen Angelegenheiten oder setzen sich mit dem AMS (Arbeitsmarktservice) in Verbindung, um eine mögliche Krankenversicherung zu sichern.
Im Haus gibt es ebenso eine Notschlafstelle. Obdachlose Personen haben außerdem die Möglichkeit, sich hier zu melden. Dies ist sehr wertvoll, da eine Meldeadresse Voraussetzung ist für z.B. das Empfangen von Sozialleistungen.

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Meine Aufgaben und persönlichen Erfahrungen in der Ambulanz der Suchthilfe
Zur Praktikumsstelle konnte ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.
Am Morgen nutzte ich die U6 bis zur Gumpendorfer Straße und dort musste ich nur noch die Straße passieren, was wirklich praktisch war.
Am ersten Tag wurde ich freundlich begrüßt und habe dann der Morgenbesprechung beigewohnt, in der eine Vorstellungsrunde mit dem gesamten Team stattgefunden hat.
Die PDL (Pflegedienstleitung) hat mit mir im Anschluss Organisatorisches geklärt, mir eine Rundführung gegeben und mir einen Transponder ausgehändigt, da die Türen zu den einzelnen Räumen unzugänglich sind, wenn kein*e Mitarbeiter*in vor Ort sind.

Meine Arbeitszeiten waren meist von 8-16 Uhr. Ich habe ein Wochenende von jeweils 9-16 Uhr gearbeitet (Absprache des Dienstplans lief vorab per Mail). Insgesamt habe ich mich von Anfang an sehr gut begleitet und wohl gefühlt und durfte mir jeden Tag selbst aussuchen, in welchem Bereich ich arbeiten möchte.
Einer dieser Bereiche war die „Abgabe“. Hier werden (nach AVO) Medikamente zur oralen Substitution hergerichtet und ausgegeben. Menschen ohne eine bestehende Krankenversicherung erhalten vor Ort Levo-Methasan in flüssiger Form, mit bestehender Versicherung Compesan oder Substitol. Zudem wurden Beimedikamenten ausgegeben.

Im zweiten Bereich, dem „i.v.“ Bereich, wird ein Hydromorphon von den Pflegepersonen aufgezogen und den Klient*innen inkl. steriler Materialien im Rahmen des Safer use zur Verfügung gestellt. Die Applikation findet räumlich getrennt statt und wird nicht von den Pflegepersonen durchgeführt, sondern nur überwacht.

In beiden Bereichen war vor allem der besondere Umgang mit Suchtmitteln besonders ausschlaggebend. Der Kontakt zu den Klient*innen beschränkte sich aufgrund des hohen Patient*innenaufkommens auf Kurzkontakte. Ein Austausch über das Befinden konnte trotzdem stattfinden, ein Beziehungsaufbau war in den vier Wochen nur bedingt möglich. Die Zielgruppe konnte ich meiner Meinung nach trotzdem sehr gut kennenlernen.

Neben diesen beiden Hauptaufgaben habe ich ebenfalls unter Anleitung EKGs schreiben und Blutentnahmen durchführen können. Auch bei Wundbehandlungen konnte ich die Versorgung unter Anleitung übernehmen und bei Ambulanzangeboten, wie z.B. der Gynäkologie-Ambulanz, assistieren. Letzteres war besonders spannend und eindrücklich, da ich dort auch schwangere Klientinnen begleiten konnte, die während der Schwangerschaft substituieren.
Außerhalb der pflegerischen Tätigkeiten konnte ich die Sozialarbeit begleiten, hier konnte ich noch einige rechtliche Fragen klären und den Hilfebedarf der Klient*innen von einer anderen Perspektive betrachten.

Freizeit
In meiner freien Zeit habe ich vor allem Sightseeing betrieben, wie z.B. die Karlskirche besichtigt. Dort war ich ebenfalls auf einem Rave, was ich wirklich cool fand und für mich auch die Vielseitigkeit von Wien widergespiegelt hat. Zusammen mit meiner Freundin war ich bei verschiedenen Streetfestivals, Matcha trinken und die kulinarische Auswahl in Wien genießen.

Ein besonderes Highlight war für mich der Prater und das Top Golf, was ein wenig außerhalb lag. Die Stadt Bratislava (Slowakei) ist auch sehr preiswert innerhalb einer Stunde zu erreichen, was ich natürlich genutzt habe. Die Stadt ist klein, aber fein und die Suppenauswahl vor Ort kann ich sehr empfehlen.

Während meines Praktikums bekam ich Besuch von meinem Partner, zusammen besuchten wir unter anderem die lange Nacht der Museen, bei der man für 19€ alle teilnehmenden Museen in Wien besuchen konnte. Im Rahmen dessen waren wir ebenfalls im Planetarium. Die Show dort hat mir ebenfalls sehr gut gefallen (der Besuch eines Planetariums stand schon lange auf meiner Bucketlist). Am vorletzten Tag habe ich mir spontan Tickets für das Musical Phantom der Oper gekauft. Das Tolle daran war, dass man als Auszubildende sogenannte edu-Tickets erwerben konnte. Diese Tickets werden zwei Stunden vor Showbeginn freigeben und sind meist Einzelplätze.

Das Tolle ist, das sie nur 20€ kosten. So hatte ich die Möglichkeit in der ersten Reihe des ersten Parketts zu sitzen und das Musical kann ich wirklich sehr, sehr empfehlen!

Persönliches Fazit
Wien ist eine tolle Stadt, in der es viel zu sehen und erleben gibt. Ich habe es sehr genossen, so viele Freizeitmöglichkeiten und verschiedene Restaurants zu besuchen zu können. Darüber hinaus ist Wien eine wirklich saubere und schön anzusehende Stadt, an jeder Ecke findet man ein neues Fotomotiv.
Das Team der Suchthilfe Wien hat mich herzlich willkommen geheißen und ich hatte eine sehr spannende, lehrreiche Zeit und habe viele Leute kennenlernen dürfen, die meine pflegerische Haltung teilen. Ich habe mich jederzeit super begleitet gefühlt und durfte professionelles Arbeiten in einem Setting kennenlernen, das ich so in meiner Ausbildung nicht hätte kennenlernen können. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mir diese Möglichkeit geboten wurde, da ich zum einen viel beruflich relevantes Wissen mitnehmen konnte, aber vor allem auch viel Input aus Gesprächen zum Thema persönliches Selbstverständnis in der Pflege mitnehmen konnte.

Ich würde das Praktikum mit Erasmus+ jedem empfehlen, der bereit ist über seinen Schatten zu springen und neue Eindrücke sammeln möchte. Auch Wien als Stadt ist wirklich empfehlenswert, auch weil die hiesige Suchthilfe tolle, wertvolle Arbeit, die pflegerisch ein spannendes Arbeitsfeld darstellt. Persönlich und beruflich hat mich dieses Auslandspraktikum sehr bereichert und ich bin dankbar für dieses Privileg.

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Luca-Sophie Hots

Erfahrungsbericht - Auslandspraktikum mit Erasmus+ Mobilität

St. Anna Kinderspital - Wien, Österreich

Persönliche Vorstellung und Bewerbung
Hallo, ich bin Luca-Sophie und befinde mich aktuell am Ende meines zweiten Ausbildungsjahres zur Pflegefachfrau in Westerstede.
Gemeinsam mit einer Kurskameradin habe ich mich für das Erasmus+ Stipendium beworben, um mein Wissen zu erweitern, neue Erfahrungen
zu sammeln und ein anderes Gesundheitssystem kennenzulernen.

Nach der Zusage für das Stipendium begann ich sofort, Bewerbungen an verschiedene Kliniken im europäischen Ausland zu verschicken – unter anderem nach Malta, da dort auch Englisch Amtssprache ist. Leider erhielt ich aus Malta nur Absagen oder keine Rückmeldungen.

Anders verlief es mit dem St. Anna Kinderspital in Wien: Schon am selben Tag, an dem ich meine Bewerbung abgeschickt hatte, erhielt ich eine Zusage für den Zeitraum vom 15.09.2025- 10.10.2025, eine große Erleichterung und Freude zugleich.

Anreise
Wir sind zusammen mit dem Zug nach Wien gereist – eine lange, aber reibungslose Fahrt.
Nach etwa 12 Stunden Zugfahrt kamen wir ohne Verspätung in Wien an. Unsere Unterkunft hatten wir uns vorher über Booking.com gebucht. Sie lag in der Nähe unserer jeweiligen Einsatzorte, sodass ich sogar zu Fuß zum Spital laufen konnte. Straßenbahn und U-Bahn waren auch in unserer Straße vorhanden, wodurch wir sehr schnell und einfach durch die Stadt fahren konnten.
Wir haben außerdem darauf geachtet, dass die Wohnung zwei Schlafzimmer hat und eine Waschmaschine vorhanden ist. Wir waren sehr zufrieden mit der selbst organisierten Suche einer Unterkunft, da wir so unsere Präferenzen berücksichtigen und eine Wohnung zum Wohlfühlen aussuchen konnten.
Am Sonntag – Einen Tag vor Praktikumsbeginn – nutzten wir die Zeit, um unseren Arbeitsweg abzugehen und erste Eindrücke von der Stadt zu sammeln. Das gab uns Sicherheit für den ersten Tag und gleichzeitig ein gutes Gefühl für die Umgebung.

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Das Krankenhaus & die Station 3A
Das St. Anna Kinderspital ist das älteste Kinderkrankenhaus Österreichs und besteht bereits seit 1837. Es ist auf die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert und betreut jährlich rund 75.000 junge Patient*innen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der hämatologischen und onkologischen Versorgung, inklusive Stammzellentransplantationen und HNO-chirurgischen Eingriffen. Ich war auf der Station 3A eingesetzt – einer allgemeinpädiatrischen Station, mit dem Schwerpunkt auf pulmonale, gastrointestinale, hämatologische und neurologische Erkrankungen.
Die Station hat insgesamt 20 Betten (8 Zweibettzimmer und 4 Einzelzimmer). Die Arbeit dort war sehr abwechslungsreich, da viele verschiedene Krankheitsbilder vertreten waren.

Erster Praktikumstag
Mein erster Arbeitstag begann um 8:00 Uhr und endete um 16:00 Uhr. Zu Beginn habe ich mich bei der Pflegedirektion gemeldet und wir haben organisatorische Dinge geklärt: Ich erhielt meine Zugangskarte, Mitarbeiterkarte, den Spind Schlüssel sowie meine Dienstkleidung.
Danach habe ich eine kurze Führung durch das Spital bekommen und wurde anschließend auf die Station 3A gebracht.
Dort wurde ich sehr freundlich aufgenommen und durfte mir, mit meinem zuständigen Praxisanleiter, am zweiten Tag meinen Dienstplan zusammenstellen.
In der ersten Woche ist es dort üblich, zunächst mit 8-Stunden-Schichten zu starten, um sich an den Ablauf der Station zu gewöhnen. Danach folgen meist 10-Stunden-Dienste. Da es mein großer Wunsch war, dass in Österreich übliche Zwei-Schicht-System (12,5- Stunden) kennenzulernen, durfte ich ab der zweiten Woche diese Dienste übernehmen, einschließlich zweier Nachtdienste. Ich war gemeinsam mit einer weiteren Praktikantin aus Österreich auf der Station eingesetzt, mit der ich mich gut verstand – wir gingen häufig gemeinsam in der Cafeteria Mittag essen. Das Mittagessen ist für Praktikant*innen kostenlos.

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Tagesablauf & Aufgaben
Ein typischer Arbeitstag begann um 6:45 Uhr mit der Übergabe. Danach wurde ich einer Pflegekraft zugeteilt, mit der ich den ganzen Tag zusammenarbeitete. Besonders strukturiert fand ich das Tagesprotokoll für Praktikant*innen, das täglich ausgefüllt wurde.

Dort notierte ich:
• mein Lernziel für den Tag
• neue Erfahrungen
• Inhalte, die ich wiederholt habe oder gerne vertiefen möchte

Am Ende des Tages gab mir die betreuende Pflegekraft Feedback zu meinen Leistungen.
Dieses System war sehr hilfreich, um den eigenen Lernfortschritt zu reflektieren und gezielt weiterzuarbeiten.

Zu meinen Aufgaben gehörten unter Anderem
Medikamente stellen und verabreichen

• Vitalzeichenkontrollen (Temperatur messen, Kreislauf beobachten, Atmung beobachten/ beurteilen)
• Pflegerunden (Fragen zu Essen, Trinken, Ausscheidung)
• Teilnahme an der Visite
• Verbandswechsel, Blut-, Stuhl- und Harn-Abnahmen
• Antibiotikatherapien vorbereiten und anhängen
• Dokumentieren
• Inhalationen vorbereiten und durchführen (Atemfrequenz bestimmen)
• Aufnahmegespräche führen
• Beobachtung bei Untersuchungen wie CT, Röntgen und Herzecho

Das Mittagessen fand täglich gegen 11:30/12:00 Uhr statt. Danach wurden weitere Aufgaben
(Antibiosen, Inhalationen, Dokumentation, …) erledigt, bis der Dienst gegen 19:15 Uhr endete.

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Freizeit in Wien
Durch das Zwei-Schicht-System (Tagdienst 6:45–19:15 Uhr, Nachtdienst 18:45–7:15 Uhr) hatte ich viel zusammenhängende Freizeit, die ich intensiv nutzte, um Wien zu erkunden. Besonders in der ersten Woche hatten wir großes Glück mit dem Wetter: Der Spätsommer zeigte sich von seiner besten Seite – perfekt für Stadterkundungen und Ausflüge.

Wir besuchten u. a.:
• das Schloss Schönbrunn
• das Schloss Belvedere
• zahlreiche Parks, Kirchen und Paläste
• die Donauinsel, die sich hervorragend für Spaziergänge oder auch Fahrradtouren anbietet
• das Parlament, …

Außerdem haben wir uns ein Abo bei myclubs gebucht und verschiedene Sportarten
ausprobiert. Unter anderem Reformer Pilates, Bungee Fitness, Cycling und Hyrox.
Natürlich durfte auch das kulinarische Erlebnis nicht fehlen: Ich habe ein Schnitzel bei
Figlmüller probiert – ein absolutes Muss! Auch typisch österreichische Spezialitäten
wie Kaiserschmarrn und Sachertorte standen auf unserem Plan.

Fazit
Mein Erasmus+ Praktikum am St. Anna Kinderspital in Wien war eine unglaublich wertvolle und bereichernde Erfahrung – sowohl fachlich als auch persönlich.
Ich konnte in den österreichischen Pflegealltag eintauchen, meine praktischen Fähigkeiten erweitern und viele neue Eindrücke sammeln. Besonders hervorheben möchte ich die Offenheit und Hilfsbereitschaft des gesamten Teams vor Ort sowie die Möglichkeit, meinen Dienstplan aktiv mitzugestalten.
Auch die Freizeit kam nicht zu kurz: Wien hat unglaublich viel zu bieten, und ich bin dankbar, dass ich gemeinsam mit einer Kurskameradin diese Zeit erleben durfte. Erasmus+ ist für mich eine klare Empfehlung – für alle, die bereit sind, über den Tellerrand hinauszublicken und sich persönlich wie fachlich weiterzuentwickeln.

Julia Claussen

Erfahrungsbericht - Auslandspraktikum mit Erasmus+ Mobilität

Landeskrankenhaus Tirol - Innsbruck, Österreich

Vorbereitungen für mein Praktikum
Im Rahmen des Erasmus + Mobilität hatte ich die Möglichkeit, ein vierwöchiges Praktikum im Bereich der Pflege am Landeskrankenhaus Innsbruck zu absolvieren, genauer gesagt auf einer psychiatrischen Station.
Diese Zeit war eine Mischung aus aufregenden Herausforderungen, neuen Freundschaften und wertvollen Lernerfahrungen – sowohl beruflich als auch persönlich.

Ich habe zuerst nach einer Psychiatrie in Frankreich gesucht. Die Zeit wurde zu knapp und ich entschied mich dann doch für Österreich, weil die Organisation aufgrund der Sprachbarriere einfacher war.
Ich habe mich in Psychiatrien in ganz Österreich beworben, habe aber Tirol bevorzugt. Tirol kannte ich bereits aus Erzählungen und habe viel Positives damit verbunden. Kurz vor der Deadline hat sich dann doch noch eine Psychiatrie bei mir gemeldet. Das Landeskrankenhaus in Tirol. Ich habe mich sehr gefreut und somit begannen die konkreteren Vorbereitungen. Ich habe angefangen die Unterlagen von Erasmus +, sowie die Lernvereinbarung auszufüllen. Auch die Psychiatrie an sich wollte einige Unterlagen von mir haben.

Nachdem ich diese dann verschickt habe, habe ich angefangen eine Unterkunft zu suchen. Ich wollte keine Unterkunft haben, in der ich komplett allein bin, da ich ein eher schüchterner Mensch bin und so mehr Schwierigkeiten gehabt hätte, Kontakte zu finden. Kurzfristig habe ich dann bei dem Studentenwohnheim angefragt und sie hatten tatsächlich noch ein Zimmer frei für einen bestimmten Zeitraum. Für die erste Woche suchte ich mir dann noch eine Unterkunft und ab Woche 2 lebte ich dann in dem Studentenwohnheim.

Meine Reise beginnt
Meine Reise begann mit einer zwölfstündigen Zugfahrt von Deutschland nach Innsbruck, die sich durch Umstiege und Zugausfälle zu einer echten Geduldsprobe entwickelte. Als ich endlich ankam, bezog ich meine erste Unterkunft, eine Wohnung, in der ich die Gemeinschaftsräume mit wechselnden Gästen teilen musste. Allein mit fremden Menschen in einer Wohnung zu leben, war ungewohnt und herausfordernd. Dennoch fand ich hier auch positive Seiten: Der Balkon bot einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegenden Berge und die Stadt.
Da ich in der ersten Woche viel arbeitete, verbrachte ich jedoch kaum Zeit dort.

Nach den ersten eineinhalb Wochen zog ich in ein Studentenwohnheim und lebte im 13. Stock. Mein Zimmer teilte ich mir mit einer weiteren Studentin, wobei wir uns Küche und Bad teilten. Der Ausblick von so weit oben war atemberaubend, und das Zimmer wurde
schnell zu einem Rückzugsort für mich. Besonders in der letzten Woche, in der ich mehr Freizeit hatte, konnte ich hier entspannen und reflektieren. Da in der Gemeinschaftsküche nur wenig Zubehör vorhanden war, musste ich oft improvisieren, was Kochen zu einem kleinen Abenteuer machte. Auf dem großen Schreibtisch im Zimmer konnte ich kreativ sein und mein Hobby ausleben, während ich meine Erlebnisse täglich reflektierte und in meinem Lerntagebuch, das ich von der Station erhielt, festhielt.

In einem neuen Land allein zu sein, fiel mir nicht immer leicht, besonders da ich eher schüchtern und zurückhaltend bin. Um Menschen kennenzulernen, suchte ich Kontakt über Social Media und traf mich mit neuen Bekanntschaften, die mir Innsbruck und seine Umgebung zeigten. Mit einer Person konnte ich sogar einige gemeinsame Ausflüge unternehmen, was meine Zeit hier verbesserte, und mir half, mich weniger einsam zu fühlen. Auch mein bestehendes Netzwerk in Deutschland half mir, das Gefühl von Einsamkeit zu reduzieren.

Besondere Erlebnisse
Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des Knödelfests, eines beliebten, traditionellen Festes in Tirol. Hier wurde eine beeindruckende Vielfalt an Knödelvariationen angeboten, begleitet von Musik, Kochvorführungen und einem besonderen Kulturerlebnis. Auch ein Ausflug in die Swarovski Kristallwelten stand auf dem Programm, welchen für ihre hochwertigen Kristallprodukte bekannt ist. Diese Welt aus Kunst und Kristall, mit ihrer
magischen Atmosphäre und dem Spiel aus Licht und Farbe, war ein faszinierendes Erlebnis.
Ein weiteres Highlight meines Aufenthalts war die Fahrt mit der Nordkettenbahn auf die 2.334 Meter hohe Nordkette. Oben auf dem Hafelekar spürte ich einen starken Temperaturunterschied: Während es im Tal angenehm mild war, wehte hier ein kalter, frischer Wind. Der Panoramablick war überwältigend und gab mir ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit – eine wertvolle Pause vom Alltag und den Verpflichtungen.

Mein Arbeitsalltag
Das wichtigste Ziel meines Aufenthaltes war natürlich das Praktikum in der psychiatrischen Abteilung des Landeskrankenhauses Innsbruck. Die Stationen, auf denen ich arbeitete, gaben mir Einblicke in unterschiedliche Schwerpunkte: eine offen geführte, suchtspezialisierte Station mit 12 Betten. Patienten kommen elektiv auf diese Station, das heißt, sie werden nicht als Akutpatienten aufgenommen, sondern meist mit chronischen Erkrankungen wie Alkoholabhängigkeit oder Medikamentenabhängigkeit.
Zum anderen Teil war ich auf der Station PSUI für Frauen mit akuten psychischen Krisen, unabhängig von der Diagnose. Diese Station ist ein geschützter Bereich, der nach dem österreichischen Unterbringungsgesetz geführt wird und 10 Betten umfasst. Die Patientinnen sind hier aufgrund von Eigen- oder Fremdgefährdung untergebracht. Der offene Umgang mit den Patienten und die intensive Betreuung, die Pflegekräfte hier bieten können, beeindruckten mich.
Die geschützte Station war Diagnosenunabhängig, sodass ich verschiedenste Krankheitsbilder kennenlernen konnte – von Depressionen bis hin zu Schizophrenie.

Der Tagesablauf ähnelte dem der deutschen Kliniken. Er begann mit der Dienstübergabe und einer Tasse Kaffee, gefolgt von der Vitalzeichenkontrolle und der Medikamentenausgabe, zusätzlich eine Therapieerinnerung. Es wurde ebenfalls nach dem psychischen Befinden der Patienten gefragt. Danach gab es Frühstück für die Patienten, wobei ggf. angereicht wurde. Die noch zum Teil analogen Patientenakten wurden durchgeblättert und der Morgen dokumentiert. Danach wurde die Visite vom multiprofessionellen Team vorbereitet und dann durch die Pflegekräfte begleitet.
Die Patienten verbrachten den restlichen Tag mit Therapien wie Ergotherapie oder Physiotherapie. Mittags gab es einen Speisesaal, in dem auch die Mitarbeiter Mahlzeiten einnehmen konnten; dort habe auch ich gegessen. Danach hatten die Patienten Ausgang, den ich gelegentlich begleitete, um die Patienten besser kennenzulernen und mit ihnen zu sprechen. Gegen Abend wurde wieder dokumentiert, es gab das Abendessen, die Medikamente wurden ausgegeben, und die Patienten gingen in ihre Zimmer, um sich auf die Nacht vorzubereiten.
Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem: das Vorbereiten und Anhängen von Infusionen, das eigenständige Übernehmen von Patienten und die Medikamentenausgabe, die Dokumentation sowie das Begleiten von Ausgang und das Einleiten von Maßnahmen bei akuten Krisen in Zusammenarbeit mit meinen Kollegen.

Ein besonderes Highlight war meine erste Nachtschicht, die mir einen umfassenden Einblick in die Organisation und den Arbeitsalltag gab. Anders als in Deutschland arbeitet das Krankenhaus hier mit einem Zweischichtsystem: Die Schichten gehen von morgens 7 Uhr bis abends um 17:30 oder 19 Uhr, was längere Arbeitszeiten bedeutet, jedoch auch deutlich mehr freie Tage und somit eine gesündere Work-Life-Balance ermöglicht. Auch der Personalschlüssel war höher, sodass die Pflegekräfte täglich Zeit hatten, mit jedem Patienten über ihr Befinden zu sprechen – eine Intensität, die mir in Deutschland oft fehlt.
Ein besonders beeindruckender Moment war die Beobachtung einer Elektrokonvulsionstherapie (EKT), die mir zeigte, wie vielfältig und unterschiedlich die Ansätze in der psychiatrischen Behandlung sein können.

Es gab Unterschiede zu den deutschen Kliniken: Die meisten Pflegefachkräfte in Innsbruck haben ein Studium abgeschlossen, anstatt eine klassische Ausbildung zu absolvieren. Dadurch haben sie mehr Spielraum und Flexibilität, auch im Umgang mit den Ärzten, zum Beispiel bei der Entscheidungsfindung über die Behandlung. Zudem gibt es weniger Zwangsmaßnahmen für die Patienten, und es wird mehr mit ihnen gemeinsam entschieden. Was mir besonders auffiel, war die Sprachbarriere. Der Tiroler Dialekt ist sehr anders als der Hochdeutsche, was zu einigen Missverständnissen führte, aber auch zu vielen lustigen Momenten.

Rückreise und Fazit
Zwei Tage vor meiner Abreise kam mein Freund nach Innsbruck, und gemeinsam traten wir die Rückfahrt per Zug an. Es war eine lange und anstrengende Reise mit insgesamt drei Koffern, die 14 Stunden dauerte. Dennoch war es schön, die Heimreise nicht allein antreten zu müssen. Als wir schließlich in Deutschland ankamen, war die Ankunft von meinem Vater und meinem Hund ein herzliches Willkommen und ein Abschluss meines aufregenden Aufenthalts.

Mein Praktikum in Innsbruck war mehr als nur eine berufliche Weiterbildung – es war eine Reise, die mich persönlich und fachlich weitergebracht hat. Die Herausforderungen, die mir oft so groß erschienen, haben mir letztlich geholfen, an Selbstvertrauen und Selbstständigkeit zu gewinnen. Ich habe gelernt, meine eigene Komfortzone zu verlassen, auf fremde Menschen zuzugehen und das Beste aus ungewohnten Situationen zu machen.
Rückblickend würde ich sagen, dass die Balance aus Arbeit und Freizeit, die kulturellen Erlebnisse und die Naturerlebnisse in den Bergen ein einzigartiges Gesamtpaket ausmachten.
(Er hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, aufgeschlossen und flexibel zu sein – Qualitäten, die nicht nur im Ausland, sondern auch im Alltag wertvoll sind. Ich freue mich darauf, diese Erfahrungen in meinen Alltag und meine weitere berufliche Entwicklung einfließen zu lassen)

Und bin dankbar für alles, was ich in Innsbruck lernen und erleben durfte.

Alina Gronewold

Erfahrungsbericht - Auslandspraktikum mit Erasmus+ Mobilität

Allgemeines Krankenhaus - Wien, Österreich

Meine ersten Eindrücke
Grüß Gott!
Ich bin Alina und habe durch Erasmus+ Mobilität im Rahmen meiner Ausbildung zur Pflegefachfrau die Möglichkeit erhalten, ein 4-Wöchiges Praktikum in Wien im AKH auf der Geburtshilfestation zu absolvieren.
Im Vorhinein habe ich eine Wohnung im Personalwohnheim des AKHs reserviert. Schon am Freitag vor meinem Praktikumsbeginn reiste ich an, um die Wohnung zu übernehmen und mich schon einmal in der Stadt Wien zurecht zu finden. Die Wohnung war einfach, aber praktisch, weil es nur 5-10 Min zu Fuß zur Arbeit waren und es war alles vorhanden, was man brauchte.
Auch das Krankenhaus besuchte ich schon einmal vor meinem ersten Dienst, um auch dort erste Orientierung zu finden, denn das Krankenhaus in Wien ist um ein Vielfaches großer als das, wo ich sonst arbeite.
Denn das AKH ist mit 1706 Betten und 8960 Mitarbeitern sowie 21 Stockwerken einer der größten Krankenhäuser Österreichs.
Doch schon nach dem ersten Tag habe ich mich durch den strukturierten Aufbau und der guten Beschilderung gut zurecht finden können.

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Mein erster Arbeitstag
Mein erster Arbeitstag begann am Montagmorgen um 07:00 Uhr. Ich wurde sofort sehr gut vom Stationsteam, welches sowohl aus Hebammen als auch aus Pflegekräften besteht, aufgenommen.
Am ersten Tag durfte ich mir meinen Dienstplan selber gestalten. Anders als in Deutschland arbeiten die Pflegekräfte 12,5 Stunden am Tag, dementsprechend aber auch nur 3 bis 4 Tage in der Woche. An die 12,5 Stunden konnte ich mich schnell gewöhnen und so konnte ich meine freien Tage gut in Wien nutzen.

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Die Arbeit auf Station
Meine Arbeit auf der physiologischen Geburtshilfestation bestand darin, die Frauen, die schon entbunden haben oder zur Einleitung der Geburt kommen, pflegerisch zu versorgen.
Dazu gehörte z.B. die Vitalzeichenkontrolle, Schmerzmanagement, Verbandwechsel einer Sectio-Wunde, Kontrolle der Blutungen, Mobilisation, legen eines Venflons, Dauerkatheter entfernen, Ausscheidungen kontrollieren, Blut abnehmen und CTG schreiben.
Ungewohnt war für mich die Dokumentation in Papierform, da dort noch alles handschriftlich auf Fieberkurven dokumentiert.
Auch an den Wienerischen Dialekt musste ich mich erstmal gewöhnen, dennoch stellte dieser keine Sprachbarriere dar.
Über die physiologische Geburtshilfestation hinaus durfte ich einen Tag ins Kinderzimmer und dort z.B. die Neugeborenen wickeln und wiegen.
Außerdem hatte ich mehrmals die Möglichkeit in den Kreißsaal zu gehen. Dort habe ich vieles rund um die Begleitung einer Sectio und einer Spontangeburt gelernt.

An meinem vorletzten Tag war ich außerdem auf der Station für Risiko-Schwangerschaften. Dort wurde ich von einer Praxisanleiterin gut an die Begleitung von Schwangeren, die zur Schwangerschaftsbeendigung kommen oder bei denen das Risiko einer Frühgeburt besteht, herangeführt.
So habe ich über die physiologische Geburt hinaus viele Bereiche der Geburtshilfe kennengelernt, und die Möglichkeit bekommen, viele weitere Erfahrungen zu sammeln.

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Meine Freizeit
Neben der Arbeit, die mir sehr gut gefallen hat, habe ich natürlich auch die freien Tage genutzt, um Wien kennenzulernen. Neben den vielen wundervollen Gebäuden aus der Barockzeit und den spannenden Sehenswürdigkeiten, hat Wien viele Parks und Gärten zu bieten.
Am Anfang meiner Praktikumszeit durfte ich noch ein paar sehr warme Spätsommertage genießen, bis so langsam der Herbst begann und die Blätter in den Parks und Gärten ihre schöne Herbstfarbe erhielten.

Außerdem machte ich mehrere Tagesausflüge, die sich von Wien aus gut angeboten haben. So habe ich einen Tag die Stadt Bratislava in der Slowakei besucht.
Diese konnte ich innerhalb von 1 1/2 Stunden mit dem FlixBus erreichen. Zudem habe ich einen Tag eine Wanderung auf den Kahlenberg gemacht, der einen schönen Ausblick über die Weinreben auf die ganze Stadt Wien und die Donau erlaubte.

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Meine Fazit
Insgesamt kann ich sagen, dass mein Erasmus+ Mobilität Praktikum mehr als gelungen ist und ich meine Zeit in Wien nicht besser hätte nutzen können.
Durch die Arbeit, die mir sehr viel Spaß gebracht hat, konnte ich mein Wissen über die Geburtshilfe um ein Vielfaches erweitern und vertiefen.
Ich bin unendlich dankbar, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, in dieser wunderschönen Stadt so viele neue Erfahrungen zu machen und mich persönlich sowie fachlich signifikant weiterentwickeln konnte.

Malen Behnke

Mein Vorstellungsgespräch

„Als ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch erhielt war ich ganz aufgeregt. Eingeladen war ich an einem Montagmorgen. Von der Schule befreit bin ich dann pünktlich und ziemlich nervös zum Vorstellungsgespräch gefahren. Dort angekommen empfing mich eine nette Sachbearbeiterin. Sie begleitete mich in einen Gruppenarbeitsraum. Dort gab sie mir einen Arbeitsauftrag, den ich schriftlich bearbeiten sollte. Hier ging es um eine Stellungnahme von mir zur beruflichen Pflege. Im Nachhinein erfuhr ich von anderen Bewerbern, dass es auch Arbeitsaufträge mit Themen, wie z. B. „Der Umgang mit dem Alter“ oder „Hilfestellung bei Bewegungseinschränkungen“ gab. Zunächst konnte ich keinen klaren Gedanken fassen, gut dass dort Getränke auf dem Tisch standen. Aber nach ein paar Minuten war es ganz einfach den Auftrag zu erfüllen. Es machte mir sogar Spaß, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

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Nach ca. 20 Minuten holte mich dann Frau Wienöbst und wir gingen in ein anderes Zimmer zum Gespräch. Dort empfingen mich, Frau Jüttner, die Pflegedirektorin der Karl-Jaspers-Klinik und eine Auszubildende als Vertreterin der Jugend und Ausbildungsvertretung. So saßen wir nun zu viert in diesem Raum. Neben einer gewünschten Stellungnahme zu dem Arbeitsauftrag wurden mir Fragen zu meiner Berufsmotivation gestellt. Ich bin nach meinen damaligen Kenntnissen zum Berufsfeld gefragt worden. Von anderen hörte ich, dass auch gerne Fragen zu tagesaktuellen pflegerelevante Themen gestellt werden. Meine Nervosität war bald verflogen. Insgesamt war es ein nettes Gespräch. Man versprach mir sich bald bei mir zu melden und siehe da, binnen einer Woche hatte ich die Zusage. Da habe ich mich sehr gefreut. Jetzt bin ich schon seit einem halben Jahr in der Ausbildung und finde es immer noch prima.“